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FAQ

Radon kommt in unterschiedlichen Mengen in allen Böden vor. Der Anteil, der in winzigen oder größeren Hohlräumen (Risse, Klüfte) entsteht, wird mit der Luft in diesen Hohlräumen (Bodenluft) an die Erdoberfläche transportiert. Dort vermischt sich die Bodenluft mit der Außenluft. Deshalb sind in der Außenluft nur geringe Radonmengen messbar. Wenn es in ein Gebäude eintritt, kann es sich dort anreichern.

Radon ist ein natürliches radioaktives Edelgas. Man kann es nicht sehen, riechen oder schmecken. Es entsteht aus dem Zerfall von Uran, das entweder nur in kleinen Mengen fein verteilt oder gelegentlich auch in größeren Mengen (zum Beispiel als Erz) in allen Gesteinen vorhanden ist. Beim Zerfall von Radon entstehen weitere radioaktive Elemente, die jedoch nicht gasförmig sind.

Wenn Menschen sich lange in Räumen aufhalten, in die viel Radon eingedrungen ist, können sie an Lungenkrebs erkranken. Sie atmen dabei nicht nur Radon ein (und wieder aus), sondern auch seine an Aerosole (Schwebstoffe) angelagerten Zerfallsprodukte, die in der Lunge verbleiben. Der radioaktive Zerfall schädigt das Lungengewebe. Wenn über eine längere Zeit zu viel Radon und Zerfallsprodukte eingeatmet werden, können die Reparaturmechanismen, die die Zellen normalerweise schützen, versagen.

Andererseits wird Radon auch erfolgreich für Heilkuren (zum Beispiel gegen arthritische  und rheumatische Erkrankungen) verwendet. Dies ist kein Widerspruch, da auch andere Stoffe, die in großen Mengen und bei langer Anwendungsdauer der Gesundheit eher schaden, als Kurmittel bei entsprechend kurzzeitiger Anwendung und Medikamente heilsam sein können.

Nein. Entsprechend den vorliegenden internationalen Studien gibt es keinen Hinweis dafür.

Nein. Es gibt keinen Grenzwert für Radon, jedoch einen Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Atemluft (1 Becquerel ist ein radioaktiver Zerfall pro Sekunde) in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen. Ein Referenzwert ist ein Maßstab für die Prüfung der Angemessenheit von Maßnahmen zum Schutz vor Radon. Er ist kein Grenzwert, der nicht überschritten werden darf.

Verantwortliche für Arbeitsplätze im Keller und Erdgeschoss von Gebäuden sind verpflichtet bis zum 30.06.2022 (beziehungsweise innerhalb von 18 Monaten nach Arbeitsaufnahme) an diesen Arbeitsplätzen eine 12-monatige Messung durchzuführen.

Messgeräte zur Bestimmung des über 12 Monate zu erhebenden Jahresmittelwertes von Radon müssen Verantwortliche für Arbeitsplätze in den ausgewiesenen Radonvorsorgegebieten bei einer der anerkannten Stellen des Bundesamtes für Strahlenschutz bestellen. Die Messgeräte werden von diesen Stellen zugesandt. Nach Ablauf der Messzeit von einem Jahr schickt man die Geräte an die Messstelle zurück, wo sie ausgewertet werden. Nach wenigen Wochen erhält man die Ergebnisse.

Eine einzelne Messung kostet je nach Messstelle zwischen ca. 25 und 35 €. Eine Kostenanfrage bei Messstellen wird insbesondere bei einer großen Anzahl Messgeräte empfohlen.

Gemessen werden sollte an allen Arbeitsplätzen im Keller und Erdgeschoss von Gebäuden, an denen sich Personen regelmäßig oder wiederholt aufhalten. Die Messgeräte sollten in einem Abstand von einigen Dezimetern von Wänden entfernt aufgestellt werden. Bei sehr großen Räumen sollten mehrere Messgeräte aufgestellt werden. Die Dauer der Messung soll 12 Monate betragen, um die Genauigkeit des Messergebnisses zu gewährleisten.

Der Bericht über die Messergebnisse sollte 18 Monate nach Veröffentlichung der ausgewiesenen Gebiete, also bis spätestens zum 30.06.2022 vorliegen. Er ist über 5 Jahre aufzubewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen.

Da man Radon nicht mit den Sinnen wahrnehmen kann, muss man immer eine Messung durchführen, um festzustellen, ob sich in der Luft eines Gebäudes erhöhte Radonmengen befinden.

Es gibt zwar generell für ältere Gebäude und bestimmte Gebiete mit erhöhtem Uranvorkommen im Untergrund eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass Radon stärker in Gebäude eintritt. Jedoch kann nur eine Langzeitmessung (am besten 12 Monate) Sicherheit geben.

Radon dringt über Fugen, Risse, Leitungszuführungen und andere kleinere oder größere Zutrittspfade im erdberührenden Bereich in Gebäude ein.

Der Gesetzgeber hat die Festlegung von solchen Gebieten vorgeschrieben, da in bestimmten Regionen auf Grund der dort vorkommenden Gesteine und Böden in Gebäuden häufig höhere Radonmengen gemessen werden.

Um die Arbeitnehmer in diesen Regionen zu schützen, wurde im Strahlenschutzgesetz festgelegt, dass dort Messungen an allen Arbeitsplätzen im Keller und Erdgeschoss durchzuführen sind. Weiterhin sind in den ausgewiesenen Gebieten bei allen Neubauten mit Aufenthaltsräumen und Arbeitsplätzen zusätzliche Maßnahmen zur Reduzierung des Radonzutritts aus dem Untergrund vorzusehen.

Radon kann auch in den nicht ausgewiesenen Gebieten in Gebäuden erhöht sein, jedoch ist dort von insgesamt weniger Fällen auszugehen.

Die Gebiete wurden dort festgelegt, wo es bekanntermaßen mehr Uran in den Gesteinen gibt und wo Messungen der Bodenluft oder in Gebäuden erhöhte Radonmengen belegen.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse wurde berechnet, wo die Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass in mindestens 10% der Gebäude der Referenzwert für Radon (300 Becquerel pro Kubikmeter) auf mindestens 75% der Fläche einer Gemeinde überschritten wird (nach Vorgaben der Strahlenschutzverordnung).

Arbeitsplatzverantwortliche und Bauherren haben die Pflicht sich zu erkundigen, ob ihre Arbeitsplätze bzw. Grundstücke in diesen Gebieten liegen.

Das Strahlenschutzgesetz verpflichtet Bauherren grundsätzlich zur Planung von Maßnahmen, die den Eintritt von Radon in Gebäude verhindern bzw. vermindern. Dies können zum Beispiel auch die üblichen Maßnahmen zum Feuchteschutz sein. Liegen die betreffenden Grundstücke in einem ausgewiesenen Radonvorsorgegebiet, so sind zusätzliche Maßnahmen zu planen.

Obwohl es keine verpflichtenden Regelungen für Eigentümer und Vermieter im Strahlenschutzrecht gibt, wird diesen empfohlen, die Radonsituation in ihren Gebäuden durch Messungen zu überprüfen und bei erhöhten Werten Maßnahmen zur Radonsenkung durchzuführen.

Bei Überschreitung des Referenzwertes von 300 Becquerel pro Kubikmeter an Arbeitsplätzen sind umgehend Maßnahmen zur Senkung ergreifen.

Bei geringfügiger Überschreitung können einfache Lüftungsmaßnahmen ausreichend sein. Bei deutlicher Überschreitung müssen bauliche bzw. lüftungstechnische Maßnahmen in die Wege geleitet werden. Außerdem müssen die Betroffenen und der Betriebsrat informiert werden. Ist eine Senkung unter den Referenzwert nicht möglich, ist dies bei der zuständigen Behörde anzuzeigen. Aus den Radon-Messdaten und den Aufenthaltszeiten der Arbeitnehmer ist die Strahlendosis der Betroffenen zu berechnen. Überschreitet diese 6 Millisievert pro Jahr so unterliegen die Betroffenen der Strahlenschutzüberwachung.

Die Kosten für Maßnahmen zur Radonreduzierung sind je nach Umfang der Maßnahme sehr unterschiedlich. Wenn Lüftungsmaßnahmen nicht ausreichen und bautechnische Lösungen notwendig sind, können diese bei wenigen tausend Euro liegen, bei größeren oder sehr alten Gebäuden können aber auch Kosten von mehreren Zehntausend Euro entstehen.

Die Radonberatungsstelle des Freistaates kann bei Fragen zum Radonrisiko, zur Radonmessung und zu Radonschutzmaßnahmen Rat gebend unterstützen.

Bei Fragen zur Anmeldung der Arbeitsplätze, zur Dosisberechnung und zum Strahlenschutz der Arbeitnehmer ist das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG, Ref. 54) der richtige Ansprechpartner.

Auf Initiative des Freistaates Sachsen prüft die Bundesregierung derzeit Fördermöglichkeiten für Maßnahmen zur Radonreduzierung.

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