Hauptinhalt

Messprogramme zur Erfassung und Darstellung der Radonsituation

Das in der Bodenluft natürlicherweise vorhandene Radon ist - neben der Bauweise und dem Bauzustand eines Hauses - die Hauptursache für mögliche erhöhte Radonkonzentrationen in einem Gebäude. Es ist daher von öffentlichem Interesse, das regional unterschiedliche Vorhandensein von Radon in der Bodenluft zu untersuchen, um angemessene Empfehlungen für gezielte Messungen in Häusern und bauliche Maßnahmen zum Radonschutz aussprechen zu können.

Deutschlandweites Messprogramm zu Radon in der Bodenluft

Ein erster Schritt hierzu wurde durch ein bundesweites Messprogramm bis zum Jahr 2004 getan, in dessen Ergebnis eine Deutschlandkarte zu diesem Thema erstellt wurde. Der entsprechende Kartenausschnitt des Freistaates Sachsen zeigt die regionalen Schwerpunkte, jedoch genügte die Dichte der zugrunde liegenden Messpunkte nicht, um Aussagen auf Gemeindeebene treffen zu können.

Messprogramme zu Radon in der Bodenluft im Freistaat Sachsen

Im Freistaat Sachsen erfolgte eine Verdichtung der Datenlage zur Bodenradonkonzentration in der Bodenluft in den Jahren 2005 bis 2009. So konnte eine Karte der Erwartungswerte der Radonkonzentration in der Bodenluft erstellt werden, die auf etwa 1000 Messpunkten basierte und eine räumliche Auflösung im 1 x 1 km Raster erlaubte.

Radonpotential in Sachsen

Um weitere Erkenntnisse zur Radonkonzentration in der Bodenluft insbesondere in Gebieten mit einer langjährigen Bebauungsgeschichte zu gewinnen, wurde 2020 ein Messprogramm gestartet, das sich gezielt mit der Frage zu Radonkonzentration in der Bodenluft in großen Städten befasst. Hierfür sollen Proben der Bodenluft in den kreisfreien Städten Dresden, Chemnitz und Leipzig untersucht werden. Sollten die Ergebnisse einen starken Einfluss der Bebauungs- und Nutzungsgeschichte auf das zu erwartende Radonpotenzial aufzeigen, wäre zu prüfen, ob in diesen Städten ebenfalls eine partielle Ausweisung von Radonvorsorgegebieten gerechtfertigt ist.

Sächsische Messprogramme zu Radon in Innenräumen von Gebäuden

Für den Freistaat Sachsen führt die Radonberatungsstelle der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) eigene Messprogramme zu folgenden Fragestellungen durch:

  • Um die maßgeblichen Prozesse beim Eindringen und Ausbreiten des Radons in Gebäude besser zu verstehen und die Radonsituation in Sachsen besser einschätzen zu können, sollen die Daten zu Radon in Gebäuden und dem jeweiligen Untergrund sowie zu den bestimmenden Hauseigenschaften vervollständigt und erweitert werden. Lücken in der bestehenden Datenbasis sollen durch nachträgliche Erhebungen beseitigt werden. Weiterhin sollen neue Daten erhoben werden.
  • Für Schulgebäude und öffentliche Gebäude wirkt sich die spezielle Nutzung auf die Radonsituation aus. Um die Messungen und Bewertungsansätze entsprechend anpassen zu können, soll die Datenbasis für Schulgebäude und öffentliche Gebäude erweitert werden.
  • Messungen an Arbeitsplätzen des Freistaates Sachsen sollen die Datenbasis zur Radonsituation weiter verbessern.
  • In Gebäuden über unterirdischen Hohlräumen könnte die Ausbreitung des Radons im Boden zusätzlich erleichtert sein. In diesem Messprogramm soll für die Einschätzung der Radonsituation in Gebäuden in Gebieten mit unterirdischen Hohlräumen die Datenlage verdichtet werden.

Im Rahmen der Messprogramme werden durch die Radonberatungsstelle kostenfrei Messungen und Radonberatungen durchgeführt, wenn die Voraussetzungen für eine Teilnahme erfüllt sind. Erläuterungen sind auf der Seite zum jeweiligen Messprogramm zu finden.

Die allgemeine Beratung zur Wirkung des Radons, zu Empfehlungen und Schutzmöglichkeiten ist kostenfrei.

zurück zum Seitenanfang