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Radonvorsorgegebiete in Sachsen

Das Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) hat per Allgemeinverfügung Radonvorsorgegebiete festgelegt. Das sind Gebiete nach § 121 Strahlenschutzgesetz (StrlSchG), für die erwartet wird, dass die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Referenzwert nach § 124 oder § 126 StrlSchG von 300 Bq/m³ überschreitet.

Die Festlegung der Radonvorsorgegebiete wurde am 03. Dezember 2020 im Sächsischen Amtsblatt bekanntgegeben und gilt zum 31. Dezember 2020.

Darstellung der Radonvorsorgegebiete in Sachsen
Karte der festgelegten Radonvorsorgegebiete nach § 121 Abs. 1 S. 1 Strahlenschutzgesetz  © BfUL

In den ausgewiesenen Radonvorsorgegebieten sind besondere Anforderungen bei Arbeitsplätzen in Innenräumen von Gebäuden sowie beim Neubau von Gebäuden zu erfüllen:

  • Arbeitgeber/innen und Selbständige, welche für Arbeitsplätze in Keller- und Erdgeschossen von Gebäuden verantwortlich sind, haben an diesen Arbeitsplätzen die Messung der Radon-222-Aktivitätskonzentration zu veranlassen.
    (§ 127 StrlSchG i.V.m. § 155 StrlSchV)
    Link zur Seite: → Radon an Arbeitsplätzen
     
  • Wer ein Gebäude errichtet, hat über den allgemeinen Radonschutz hinaus zusätzlich mindestens eine weitere Radonschutzmaßnahme zu treffen, um den Zutritt von Radon aus dem Baugrund zu verhindern oder erheblich zu erschweren.
    (§ 123 StrlSchG i.V.m. § 154 StrlSchV)
    Link zur Publikation des SMEKUL: → »Radonschutzmaßnahmen – Planungshilfe für Neu- und Bestandsbauten«

+++ Die interaktive Karte befindet sich derzeit noch in der Erstellung +++

Per interaktiver Karte können hier demnächst die im Freistaat Sachsen als Radonvorsorgegebiete festgelegten Gemeinden eingesehen werden.

Das Strahlenschutzgesetz (§ 121 StrlSchG) verpflichtet die Bundesländer, bis Ende 2020 die Gebiete auszuweisen, in denen in vielen Gebäuden eine hohe Radon-222-Aktivitätskonzentration zu erwarten ist, d. h. der Referenzwert nach § 124 oder § 126 StrlSchG von 300 Bq/m³ überschritten sein könnte.

Gemäß Strahlenschutzverordnung (§ 153 StrlSchV) sind dazu mit einer wissenschaftlich basierten Methode unter Zugrundelegung geeigneter Daten und unter Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten entsprechende Vorhersagen zu treffen. Geeignete Daten sind insbesondere geologische Daten, Messdaten der Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Bodenluft bzw. in der Innenraumluft, Bodenpermeabilität und Fernerkundungsdaten.

Die Festlegung erfolgt innerhalb der im Land bestehenden Verwaltungsgrenzen. Eine Verwaltungseinheit wird zum Radonvorsorgegebiet, wenn die Vorhersage für mindestens dreiviertel seiner Fläche in mindestens zehn Prozent der Gebäude getroffen werden kann.

Die Festlegung der Radonvorsorgegebiete in Sachsen basiert auf:

  • Auswertungen geologischer Daten und Karten,
  • Messwerten der Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Bodenluft,
  • Messungen der Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft von Innenräumen und
  • auf der Betrachtung weiterer örtlicher Faktoren.

Weiterführende Informationen und Erläuterungen zur Methodik bei der Ermittlung der Gebiete finden Sie in der folgenden PDF-Datei:

Eine detaillierte Darlegung der Vorgehensweise bei der Festlegung der Radonvorsorgegebiete in Sachsen wurde in der LfULG-Schriftenreihe (Nr. 17/2020) veröffentlicht und kann in der Publikationsdatenbank eingesehen werden.

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