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Was legt der Gesetzgeber fest?

Referenzwert

Das Strahlenschutzgesetz legt einen Referenzwert für die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft an Arbeitsplätzen in Innenräumen von 300 Bq/m³ (Becquerel pro Kubikmeter) fest (§ 126 StrlSchG).

Eine Unterschreitung des Referenzwertes soll unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls angestrebt werden.

Pflichten für Arbeitsplätze in Innenräumen

Das Strahlenschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber/innen Messungen der Radon-222-Aktivitätskonzentration an Arbeitsplätzen zu veranlassen (§ 127 Abs. 1 StrlSchG), wenn diese

  • sich in Erd- oder Kellergeschossen von Gebäuden in Radonvorsorgegebieten befinden oder
  • einem der Arbeitsfelder gemäß Anlage 8 StrlSchG zuzuordnen sind.

Wird eine Überschreitung des Referenzwertes am Arbeitsplatz festgestellt, sind Maßnahmen zur Senkung der Radon-222-Aktivitätskonzentration zu ergreifen sowie deren Wirksamkeit durch eine erneute Messung zu überprüfen (§ 128 StrlSchG).

Wird der Referenzwert weiterhin überschritten, müssen diese Arbeitsplätze bei der zuständigen Behörde angemeldet werden. Danach ist eine arbeitsplatzbezogene Abschätzung der Radonexposition durchzuführen und der zuständigen Behörde vorzulegen (§ 129 StrlSchG).

Wenn Beschäftigte trotz durchgeführter Maßnahmen einer erhöhten Radonexposition von mehr als 6 Millisievert pro Kalenderjahr ausgesetzt sein können, sind die Anforderungen des beruflichen Strahlenschutzes nach § 131 StrlSchG zu erfüllen (§ 130 StrlSchG).

Der für den Arbeitsplatz Verantwortliche hat unverzüglich über alle Ergebnisse und Maßnahmen zu informieren (§ 127 Abs. 4 und § 128 Abs. 3 StrlSchG):

  • die betroffenen Beschäftigten,
  • den Betriebs- oder Personalrat und
  • alle in der Betriebsstätte beschäftigten Dritten, die dort in eigener Verantwortung beschäftigt sind.

Was ist weiterhin zu beachten?

Für Arbeitsplätze, die einem in Anlage XI Teil A zur Strahlenschutzverordnung in der bis zum 31. Dezember 2018 geltenden Fassung genannten Arbeitsfeld zuzuordnen waren, sind die Übergangsvorschriften in § 214 StrlSchG zu beachten.

Radonvorsorgegebiete sind Gebiete, in denen erwartet wird, dass aufgrund geologischer oder sonstiger Gegebenheiten die Radon-222-Aktivitätskonzentration im Jahresmittel in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Referenzwert von 300 Bq/m³ überschreitet (§ 121 StrlSchG).

Die Ausweisung der Radonvorsorgegebiete erfolgt bis spätestens 31.12.2020.

Die Allgemeinverfügung wird im Sächsischen Amtsblatt bekanntgegeben. Entsprechende Informationen werden auch unter www.radon.sachsen.de bereitgestellt.

In diesen Gebieten sind besondere Anforderungen zum Radonschutz einzuhalten

  • bei Arbeitsplätzen in Innenräumen sowie
  • bei Neubau von Gebäuden.

Wer ein Gebäude mit Arbeitsplätzen errichtet, hat generell geeignete Maßnahmen zu planen und auszuführen, um den Zutritt von Radon aus dem Baugrund zu verhindern oder erheblich zu erschweren. Dies gilt als erfüllt, wenn die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik erforderlichen Maßnahmen zum Feuchteschutz eingehalten werden (§ 123 StrlSchG).

Soll der Neubau in einem ausgewiesenen Radonvorsorgegebiet erfolgen, ist zusätzlich zum Basisschutz eine weitere zusätzliche bautechnische Maßnahme für den Gebäudebereich mit Kontakt zum Erdreich vorzusehen (§ 123 StrlSchG i. V. m. § 154 StrlSchV).

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