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Was ist zu tun?

Zum Schutz vor Radon an Arbeitsplätzen hat der Gesetzgeber Pflichten für Arbeitgeber/innen festgelegt, deren Arbeitsplätze

  • sich in Erd- oder Kellergeschossen von Gebäuden in Radonvorsorgegebieten befinden oder
  • einem der Arbeitsfelder gemäß Anlage 8 StrlSchG zuzuordnen sind.

Dabei ist ein gestuftes Verfahren mit Fristen zu befolgen.

Link zum Prüfschema Radon an Arbeitsplätzen

Abgestufte Vorgehensweise

An den betroffenen Arbeitsplätzen ist die Messung der Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft zu veranlassen sobald

  • eine berufliche Betätigung am betroffenen Arbeitsplatz aufgenommen wird bzw.
  • die Radonvorsorgebiete ausgewiesen sind.

Das Ergebnis muss innerhalb von 18 Monaten vorliegen (§ 127 StrlSchG).

Dabei ist zu beachten, dass die Messungen über eine Gesamtdauer von zwölf Monaten durchzuführen sind (§ 155 StrlSchV). Deshalb muss die Messung spätestens sechs Monate nach den oben genannten Ereignissen starten. Kürzere Messzeiten sind nur gestattet, wenn auf Grund einer Abschätzung davon auszugehen ist, dass der Referenzwert überschritten wird.

Je nach Ziel und Zweck der Messung stehen unterschiedliche Messgeräte zur Verfügung, welche bei einer vom Bundesamt für Strahlenschutz anerkannten Stelle anzufordern und nach deren Vorgaben einzusetzen sind. Dies gewährleistet qualitätsgesicherte Ergebnisse. Kosten für einfache Kernspurdetektoren belaufen sich auf 30 - 50 Euro.

Eine Liste der anerkannten Anbieter für Radonmessungen ist auf der Internetseite des BfS veröffentlicht:

Radonexposimeter für die personengebundene Expositionsüberwachung © LfULG

Wird im Ergebnis der Messungen der Referenzwert der Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft an einem Arbeitsplatz überschritten, hat der für den Arbeitsplatz Verantwortliche unverzüglich Maßnahmen zur Senkung der Radon-222-Aktivitätskonzentration zu ergreifen und deren Wirksamkeit durch eine erneute Messung zu überprüfen (§ 128 StrlSchG).

Hierzu stehen eine Vielzahl verschiedener Radonschutzmaßnahmen zur Verfügung. Deren Umfang reicht von einfachen Sofortmaßnahmen bis zu umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, welche eine ausführliche Planung sowie Ausführung von Fachleuten verlangen.

Ob die Durchführung von Schutzmaßnahmen erfolgreich war, ist durch eine erneute Messung nachzuweisen. Diese Ergebnisse müssen innerhalb von 24 Monaten nach Bekanntwerden der Überschreitung des Referenzwerts vorliegen.

Sind entsprechende Maßnahmen nicht oder nur mit unangemessen hohem Aufwand möglich, ist eine sofortige Anmeldung bei der zuständigen Behörde erforderlich.

Wird der Referenzwert trotz Maßnahmen zur Senkung der Radon-222-Aktivitätskonzentration weiterhin überschritten, müssen die betroffenen Arbeitsplätze unverzüglich bei der zuständigen Behörde angemeldet werden (§ 129 StrlSchG).

Die dafür zuständige Behörde ist das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Referat 54 / Strahlenschutz – Altlasten, Radon, Notfallschutz.

Der Anmeldung sind folgende Unterlagen beizufügen:

  1. Informationen über die Art des betreffenden Arbeitsplatzes und die Anzahl der betroffenen Arbeitskräfte.
  2. Die Ergebnisse aus der ersten Radonmessung sowie der Erfolgsmessung.
  3. Informationen zu den bislang getroffenen Maßnahmen und den im weiteren vorgesehenen Maßnahmen zum Schutz der Arbeitskräfte vor Radon.

Innerhalb von 6 Monaten nach erfolgter Anmeldung ist eine auf den Arbeitsplatz bezogene Expositionsabschätzung für die betroffenen Beschäftigten durchzuführen (lassen) und bei der zuständigen Behörde vorzulegen (§ 130 StrlSchG).

  • Ergibt die Abschätzung, dass die effektive Dosis 6 mSv im Kalenderjahr nicht überschreiten kann, so hat der zur Abschätzung Verpflichtete die Exposition durch Radon regelmäßig zu überprüfen. Die Exposition ist durch geeignete Strahlenschutzmaßnahmen auf der Grundlage von Vorschriften des allgemeinen Arbeitsschutzes und unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls so gering wie möglich zu halten.
  • Ergibt die Abschätzung, dass die effektive Dosis 6 mSv im Kalenderjahr überschreiten kann, so sind die Anforderungen des beruflichen Strahlenschutzes nach § 131 StrlSchG zu erfüllen.

Sollten Änderungen am Arbeitsplatz dazu führen, dass eine höhere Exposition auftreten kann, ist die Abschätzung zu wiederholen.

Es besteht Dokumentationspflicht. Alle Ergebnisse und durchgeführten Maßnahmen sind aufzuzeichnen. Die Unterlagen müssen fünf Jahre aufbewahrt und auf Verlangen der Behörde vorgelegt werden (§ 127 Abs. 3, § 128 Abs. 2 und § 130 Abs. 1 StrlSchG).

Beruflicher Strahlenschutz

Wenn Beschäftigte trotz Radonschutzmaßnahmen einer Exposition von mehr als 6 Millisievert pro Kalenderjahr ausgesetzt sein können, sind die Anforderungen des beruflichen Strahlenschutzes zu erfüllen (§ 131 StrlSchG i. V. m. §§ 157 und 158 StrlSchV):

  • Durchführung von Radonschutzmaßnahmen, um die Radonexposition der Beschäftigten so gering wie möglich zu halten
  • Ermittlung der Körperdosis der exponierten Beschäftigten
  • Einhaltung der Grenzwerte
  • Jährliche Untersuchung der Beschäftigten durch einen ermächtigten Arzt

Messgeräte zur Ermittlung der Körperdosis sind von einer behördlich bestimmten Messstelle zu beziehen. Diese Messstelle übermittelt die effektive Dosis an das Strahlenschutzregister beim Bundesamt für Strahlenschutz. Alle beruflich strahlenexponierten Personen benötigen hierfür eine persönliche Kennnummer: die Strahlenschutzregisternummer (SSR-Nummer).

Informationen des BfS für Antragsteller von SSR-Nummern

Alle Maßnahmen sind vom Arbeitgeber zu dokumentieren und nach Aufforderung der zuständigen Behörde vorzulegen.

Beschäftigung in fremden Betriebsstätten

Grundsätzlich ist der Inhaber der Betriebsstätte verpflichtet (§§ 127 bis 129 StrlSchG):

  • die Radon-222-Aktivitätskonzentration am Arbeitsplatz zu messen,
  • bei einer Überschreitung des Referenzwertes Maßnahmen zur Reduzierung der Radonaktivitätskonzentration zu ergreifen und
  • bei erfolglosen Maßnahmen den Arbeitsplatz bei der zuständigen Behörde anzumelden sowie
  • Dritte, die in der Betriebstätte eigenverantwortlich eine Betätigung beruflich ausüben oder von ihm beauftragte Personen ausüben lassen, unverzüglich über alle Messergebnisse und Maßnahmen zu unterrichten.

Sobald ein Dritter oder von ihm beauftragte Personen in mehreren fremden Betriebsstätten eigenverantwortlich arbeiten, in denen Arbeitsplätze durch die Inhaber der Betriebsstätten bei den zuständigen Behörden nach § 129 Abs. 1 StrlSchG angemeldet wurden, muss der Dritte die Betätigung an diesen Arbeitsplätzen unverzüglich bei der zuständigen Behörde anmelden (§ 129 Abs. 3 StrlSchG).

Außerdem muss der Dritte die Abschätzung der Exposition bezogen auf die gesamte Betätigung an allen Arbeitsplätzen durchführen (lassen) und bei der zuständigen Behörde vorlegen (§ 130 Abs. 1 StrlSchG). Ergibt die Abschätzung, dass die effektive Dosis 6 Millisievert im Kalenderjahr überschreiten kann,

  • sind die Anforderungen des beruflichen Strahlenschutzes nach § 131 StrlSchG zu erfüllen und
  • jede Person an anmeldebedürftigen Arbeitsplätzen muss im Besitz eines vollständig geführten, bei der zuständigen Behörde registrierten Strahlenpasses sein (§ 158 Abs. 1 StrlSchV).
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